Porphyriediagnostik

Was sind Prophyrien?

Porphyrien sind klinisch ausgesprochen komplexe, polymorphe (und daher auch unterschiedlichste Facharztdisziplinen betreffende) Störungen eines zentralen Stoffwechselweges, dessen Ziel die Bereitstellung funktioneller Metallkomplexe für enzymatische Umwandlungen und Transportfunktionen in sämtlichen Zellen darstellt. Die Mehrzahl dieser Störungen beruht auf einem Mangel oder einer Dysfunktion eines der an der Synthese beteiligten Enzyme, wobei diese zwar meist genetisch bedingt, jedoch auch sekundär (mit)verursacht sein können. Aber auch nicht-regulierbare Hyperaktivität eines Enzyms kann ursächlich für eine Porphyrie sein. Des Weiteren kann es im Zuge von Exkretionsstörungen (z. B. Niereninsuffizienz) zur Akkumulation von Porphyrinen kommen, die Symptome und Beschwerden provozieren (Pseudoporphyrie). Zahlreiche anderweitige Grunderkrankungen verursachen sekundäre Veränderungen im Porphyrinstoffwechsel, die qualititativ und/oder quantitativ unterschiedlich ausgeprägt sein können (sog. Mitreaktionen). 



Wie erfolgt die Diagnostik?

Die Diagnostik und Einordnung der Porphyrinstoffwechselstörungen erfordert einen umfassenden Blick auf die relevanten Intermediate und die beteiligten Enzyme, wobei erstere aufgrund der unterschiedlichen Löslichkeit bzw. Kompartimentierung in verschiedenen Matrizes zu finden sind und dort untersucht werden müssen. Zielführende Porphyriediagnostik umfasst daher die Erstellung von Metabolitenprofilen in den Untersuchungsmaterialien Urin, Stuhl und Blut und deren differenzierte Beurteilung im klinischen Kontext. Neben den genannten Materialien werden daher auch möglichst detaillierte Angaben und Informationen zur Anamnese der Betroffenen sowie der Symptomatik im zeitlichen Umfeld der Materialgewinnung und der klinischen Fragestellung benötigt. Unsere Konsiliarscheine „Porphyriediagnostik“ unterstützen Sie bei der Bereitstellung der erforderlichen Informationen.

Die erstellten Befunde enthalten eine Einschätzung zu möglichen Ursachen und klinischen Auswirkungen der ggf. festgestellten Veränderungen. Im Falle eindeutiger Diagnosen sind auch ausführliche Empfehlungen zu Therapie und Verlaufskontrolle Bestandteil des Befundes. Bei Erstdiagnosen akuter hepatischer Porphyrien erfolgt die Ausstellung eines entsprechenden Notfallausweises. Gerne begleiten wir die Weiterbetreuung betroffener Patient*Innen mit Hinweisen zu Prophylaxemaßnahmen und zur Patientenführung allgemein. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem IPNET-Porphyriezentrum in Chemnitz, das u. U. auch für eine beratende sowie klinische Weiterbetreuung zu Verfügung steht. Eine rein molekulargenetische Diagnostik der Porphyrien, die von unserem Labor ebenfalls (als Ergänzung) angeboten wird, ist nicht zielführend, da die Penetranz oft sehr gering und damit ein Zusammenhang mit klinischen Symptomen nicht belegbar ist.

Anforderungsscheine zum Download

Unser Ansprechperson

Dr. rer. nat. Thomas Stauch EuSpLMAbteilungsleitung Chromatographie / Klinische Chemie Spezial +49 721 85000 - 165 t.stauch@laborvolkmann.de

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