Synonyma
Calcitonin-Stimulationstest
Indikation
Verdacht auf medulläres Schilddrüsenkarzinom, Screening bei familiär vorbelasteten Patienten, Verlaufskontrolle nach Thyreoidektomie wegen medullärem Schilddrüsenkarzinom
Testprinzip
Das synthetische Gastrin-Analogon Pentagastrin stimuliert die Calcitoninausschüttung aus den parafollikulären Zellen (C-Zellen) der Schilddrüse.
Medikament
Pentagastrin (Cambridge Laboratories Ltd. www.camb-labs.com, in Deutschland erhältlich über die Paesel & Lorei GmbH & Co www.paesel-lorei.de)
Durchführung
Der Pentagastrintest wird aufgrund seiner unangenehmen Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, Flush, Parästhesien) und der Tatsache, dass keine zuverlässigen Referenzbereiche für Kinder existieren, zunehmend durch molekulargenetische Untersuchungsmethoden mit dem Nachweis von Mutationen des RET-Protoonkogens ersetzt. Alternativ besteht die Möglichkeit des Calcium-Stimulationstests.
| Zeitfolge | Messgröße | Material | Bemerkung |
| - 5 min | Calcitonin | Serum tiefgr. | Basalwert |
| 0 min | Injektion Pentagastrin 0.5 μg/kg Körpergewicht intravenös als Bolus | ||
| 1 min 2 min 5 min 10 min | Calcitonin | Serum tiefgr. |
Bewertung
| Normal | Pathologisch |
Bei 95 % der Gesunden erfolgt ein Anstieg des Calcitonins bis 10 pg/mL bzw. bis zum 3-fachen des Basalwertes. Bei Männern größere Anstiege als bei Frauen. | Ein medulläres Schilddrüsenkarzinom ist bei einem Calcitoninpeak > 100 pg/mL wahrscheinlich, ein Wert von > 1000 pg/mL ist beweisend. Bei familiärer RET-Mutation werden häufig Calcitoninpeakwerte zwischen 10 und 200 pg/mL gefunden. |
Referenzen
Hinney B, Wuttke W. Calcitonin. In: Thomas L (Hrsg.): Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, 8. Aufllage (2012).