Synonyma
Paspertin-Test, MCP-Test
Indikation
Diagnose der latenten Hyperprolaktinämie bei nicht oder nur geringfügig erhöhten basalen Prolaktinwerten, Verdacht auf nächtliche Prolaktinspiegelerhöhungen bei normalem Tagesspiegel, therapeutische Entscheidung über Zeitpunkt und Dosis der Dopaminagonist-Medikation
Testprinzip
Der Dopamin-Antagonist Metoclopramid (MCP) stimuliert die Prolaktin-Ausschüttung aus dem Hypophysenvorderlappen.
Medikament
z. B. Paspertin® 10 mg/2 ml Ampullen Injektionslösung
Durchführung
Für die Hyperprolaktinämiediagnostik genügt normalerweise eine Prolaktin-Basalwertbestimmung. Der Metoclopramid-Test ist daher lediglich zur Diagnose einer leichteren, latenten Form der Hyperprolaktinämie sinnvoll, welche sich im Basalwert allein nicht erfassen lässt.
Vor Testbeginn sollte auf eine Palpation der Brust verzichtet werden. Der Test sollte möglichst 3 bis 6 Std. nach dem Aufstehen und zwischen dem 19. Und 23. Zyklustag durchgeführt werden.
Bei Verdacht auf eine Hyperprolaktinämie sollte auch die Bestimmung des Makroprolaktins zur Abgrenzung von klinisch irrelevanten Prolaktinerhöhungen erfolgen.
| Zeitfolge | Messgröße | Material | Bemerkung |
| - 5 min | Prolaktin | Serum | Basalwert |
| 0 min | Injektion 10 mg MCP langsam intravenös (z. B. eine Paspertin Ampulle) | ||
| 30 min 45 min 60 min | Prolaktin | Serum |
Bewertung
| Normal | Pathologisch |
| 2- bis 5-facher Anstieg bis maximal 200 ng/mL bei Frauen, Männer zeigen einen geringeren Anstieg | Latente Hyperprolaktinämie: Manifeste Hyperprolaktinämie: |
Referenzen
Lothar Thomas. Prolactin (PRL). In: Thomas L (Hrsg.): Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, 8. Auflage (2012).
Wu AHB (ed). Tietz Clinical Guide to Laboratory Tests. Saunders Elsevier, 4th ed (2006).