Synonyma
Milchzuckerunverträglichkeits-Test
Indikation
Abklärung von gastrointestinalen Beschwerden nach dem Verzehr von Milchprodukten; Verdacht auf primären oder sekundären Lactasemangel.
Testprinzip
Das oral zugeführte Disaccharid Lactose (Milchzucker) wird normalerweise von der ß-Galaktosidase der Bürstensaummembran der Dünndarmschleimhaut in die Monosaccharide Glucose und Galaktose gespalten und in dieser Form aktiv resorbiert. Dies führt zu einem Anstieg der Blut-Glucosekonzentration.
Medikament
Lactose
Durchführung
| Zeitfolge | Messgröße | Material | Bemerkung |
| - 12 Std | Fasten | ||
| - 5 min | Glucose | NaF- Blut oder Serum | Basalwert |
| 0 min | NaF- Blut oder Serum | Einnahme Gabe von 50 g Lactose (Kinder: 2 g Lactose/kg Körpergewicht bis maximal 50 g) in 400 mL Wasser oral innerhalb 5 - 10 Min. | |
| 30 min 60 min 90 min 120 min | Glucose | NaF- Blut oder Serum |
Bewertung
| Normal | Pathologisch |
| Anstieg um mehr als 20 mg/dL in mindestens einer Probe | Lactasemangel: Glucoseanstieg < 20 mg/dL im Zusammenhang mit gastrointestinalen Symptomen wie Flatulenz, Diarrhö, Meteorismus und abdominellen Schmerzen bis zu 8 Stunden nach Lactosegabe. In etwa 25% der Fälle kann es bei Patienten mit zu rascher oder verzögerter Magenentleerung trotz normaler Lactaseaktivität zu einem Glucoseanstieg < 20 mg/dL kommen. Diabetes mellitus oder pathologische Glucosetoleranz kann Ursache für einen falsch negativen Test sein. Heute wird zunehmend der direkte Lactasenachweis in Dünndarmbiopsiematerial durchgeführt. |
Referenzen
Lembke B. Lactosetoleranz-Test. In: Thomas L (Hrsg.): Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, 6. Aufl., p 630 ff (2005).