Synonyma
Ischämischer Lactat-Ammoniak-Test
Indikation
Ausschluss von Störungen des muskulären Kohlenhydratstoffwechsels bei Patienten mit Muskelschmerzen und rascher Ermüdbarkeit. Der Test dient vor allem zum Aus-schluss von McArdle's Disease (Glykogenspeichererkrankung V) und Myoadenylat-deaminase-Mangel.
Testprinzip
Durch wiederholte willkürliche Unterarmmuskelkontraktionen unter anaeroben Be-dingungen wird die Lactat- und Ammoniakproduktion des Muskels provoziert.
Durchführung
Wiederholte Muskelkontraktionen unter ischämischen Bedingungen
| Zeitfolge | Messgröße | Material | Bemerkung |
| - 8 Std | Fasten | ||
| - 5 min | Lactat (Plasma) Ammoniak | NaF-Plasma EDTA-Plasma tiefgr. | Basalwert |
| -1 bis 0 min | Injektion Anlegen einer Blutdruck-manschette am kontrala-teralen Arm, Aufpumpen über systolischen Blutdruck, wiederholtes, kräftiges Zusammendrücken eines Gummiballes o. ä. mit der Hand des ischämischen Armes über 60 Sekunden. Danach Einsetzen einer Butterfly-Kanüle, Lösen des Staudrucks. | ||
| 15 min 30 min 60 min 90 min 120 min | Lactat (Plasma) Ammoniak | NaF-Plasma EDTA-Plasma tiefgr. |
Bewertung
Da die Basalwerte größeren interindividuellen Schwankungen unterliegen, sollten eher maximale absolute als relative Anstiege der Lactat- und Ammoniakwerte beur-teilt werden.
| Normal | Pathologisch |
Lactat: Ammoniak: Bei Gesunden besteht eine positive Korrelation zwischen Lactat- und Arnmoniakanstieg. Fehlender oder zu geringer paralleler Anstieg von Lactat und Ammoniak spricht für eine bewusste oder beispielsweise paresebedingte unzureichende Arbeitsleistung. | Ein pathologischer Ausfall des Tests ist im gänzlich fehlenden Anstieg von Lactat oder Ammoniak bei gleichzeitig deutlichem Anstieg des anderen Metaboliten zu sehen. Ein fehlender Ammoniak-anstieg wäre typischerweise beim Myoadenylat-Deaminasemangel zu beobachten. Ein fehlender Lactatanstieg würde auf einen Defekt der Glykogenolyse oder Glykolyse hinweisen (z. B. McArdle's Disease [Glyko-genspeicherkrankheit V]). Es wurden jedoch auch Fälle beschrieben, bei denen die Restaktivität des betroffenen Enzyms offenbar noch ausreicht, um unter den be-schriebenen Testbedingungen einen normalen Lactatanstieg zu bewirken. |
Referenzen
Livingstone C, Chinnery PF, Turnbull DM. The lschaemic Lactate Ammonia Test. Annals of Clinical Biochemistry: 38, 304 - 310 (2001).