Indikation
Differentialdiagnostik des Wachstumshormonmangels bei Kindern und Jugendlichen.
Testprinzip
Arginin führt in etwa 75 - 100% von Kontrollpersonen zu einer deutlichen gegenregulatorischen Ausschüttung des Somatotropen Hormons (STH) aus dem Hypophysenvorderlappen.
Medikament
z. B. L-Arginin-HCl 1M Fresenius 21,07% Lösung (muss vor Applikation mit 0,9% NaCI auf 10% verdünnt werden!)
Durchführung
Arginin sollte Patienten mit schweren Leber- oder Nierenerkrankungen oder Azidosen nur mit Vorsicht verabreicht werden!
Ein großer Vorteil dieses Tests ist, dass gewöhnlich keine signifikanten Nebenwirkungen zu erwarten sind.
| Zeitfolge | Messgröße | Material | Bemerkung |
| -8 Std | Fasten | ||
| -5 mn | STH | Serum tiefgr. | Basalwert |
| 0 min | Infusion 10% L-Arginin-HCl in 0,9% NaCl. 0,5 g/kg Körpergewicht über 30 min. (Maximaldosis 30 g) | ||
| 15 min 30 min 45 min 60 min 90 min 120 min | STH | Serum tiefgr. |
Bewertung
| Normal | Pathologisch |
| Leichter Anstieg auf über 10 ng/mL | Verdacht auf hypophysär bedingten STH-Mangel: Verdacht auf hypothalamisch bedingten STH-Mangel: |
Hinweis
Bei etwa 80% der Gesunden kann kein STH-Anstieg provoziert werden. Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie sollte der Befund durch mindestens einen weiteren STH-Stimulationstest mit anderem Stimulus (z. B. Clonidin) bestätigt werden.
Referenzen
Thomas L. Kohlenhydratstoffwechsel. In: Thomas L (Hrsg.): Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, 8. Auflage (2012).