Sehr geehrte Einsenderinnen und Einsender,
in Deutschland nimmt die Zahl der nach Fernreisen erworbenen Denguevirus-Infektionen kontinuierlich zu und erreichte mit rund 1.800 registrierten Fällen im Jahr 2024 einen bisherigen Höchststand. Der wichtigste Überträger des Denguevirus, insbesondere die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), ist im Oberrheingraben bereits etabliert.
Es ist daher davon auszugehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das Denguevirus auch in unseren Breiten dauerhaft etabliert.
Zum Nachweis einer akuten Denguevirus-Infektion stehen etablierte virologische und serologische Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Abhängig vom zeitlichen Abstand zur Infektion sind unterschiedliche Testverfahren beziehungsweise Testkombinationen sinnvoll. Während in der frühen Krankheitsphase – bis etwa 14 Tage nach der Infektion – vor allem der Nachweis von Denguevirus-RNA oder des Denguevirus-NS1-Antigens geeignet ist, kommt ab etwa dem 8. Krankheitstag dem serologischen Nachweis von Denguevirus-IgM- und IgG-Antikörpern aus Serum eine hohe diagnostische Bedeutung zu.
Die hohe Sensitivität des etablierten Denguevirus-IgG-Tests geht jedoch mit einer eingeschränkten Spezifität einher. So können Antikörper gegen andere Flaviviren, beispielsweise Gelbfieber-, FSME- oder Japanische-Enzephalitis-Viren – auch nach einer entsprechenden Impfung – Kreuzreaktionen verursachen und zu einem positiven Denguevirus-IgG-Ergebnis führen. Ein isoliert positiver Denguevirus-IgG-Befund bei gleichzeitig negativen Ergebnissen für Denguevirus-IgM und Denguevirus-NS1-Antigen kann daher sowohl auf eine zurückliegende Denguevirus-Infektion als auch auf eine Kreuzreaktion, beispielsweise nach einer FSME-Impfung, zurückzuführen sein.
Für eine Zweitinfektion mit dem Denguevirus wird derzeit von einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ausgegangen. Daher empfiehlt die aktuelle Impfstrategie den Einsatz von Qdenga® bei Personen mit virologisch gesicherter, zurückliegender Denguevirus-Infektion, sofern eine Reise in ein Endemiegebiet geplant ist. Da die bisher verfügbaren serologischen Verfahren aufgrund ihrer Kreuzreaktivität eine sichere Unterscheidung häufig nicht erlaubten, rät die STIKO bislang von einer alleinigen Antikörperbestimmung zur Impfentscheidung ab.
Mit dem neuen Denguevirus-NS1-IgG-Test steht nun ein deutlich spezifischeres Verfahren zum Nachweis einer zurückliegenden Denguevirus-Infektion zur Verfügung. Dadurch kann in geeigneten Fällen eine frühere Infektion serologisch belegt und die Entscheidung für eine Dengue-Impfung unterstützt werden.
Wir freuen uns Ihnen diesen Test ab sofort zur Verfügung stellen zu können.